Klima


Gegen Fluglärm: Wir alle haben ein Recht auf Ruhe und Stille

Rosenblüten schwimmen in einer ruhigen Sommernacht auf dem Wasser, Klosterpark Wettingen
Rosenblüten schwimmen in einer ruhigen Sommernacht auf dem Wasser, Klosterpark Wettingen

Sehr geehrte Frau Bundesrätin Sommaruga (Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation),
sehr geehrter Herr Landammann Attiger (Departement Bau, Verkehr und Umwelt, Kanton Aargau),
sehr geehrte Frau Vizeammann Dell'Anno-Doppler (Stadtrat Baden),
sehr geehrte Frau Gemeinderätin Ernst (Gemeinderat Wettingen)

Die Corona-Pandemie hat deutlich gezeigt, welche Ruhe und Lebensqualität vom Fluglärm geplagte Gemeinden eigentlich haben könnten. Für mich zählt Ruhe und Stille zu den Menschenrechten, unabhängig von Ort und Zeit. Leider unternehmen der Bund, die Kantone und die Gemeinden zu wenig gegen die steigende Fluglärmbelastung. Die geschädigte Bevölkerung wird weder ausreichend vor der Lärm- und Umweltbelastung geschützt noch von den Verursachern des Lärms in irgendeiner Form entschädigt. Dieses rücksichtslose Vorgehen ist vergleichbar mit dem menschlichen Expansionismus auf der Erde. Die Profiteure gewinnen und die Leidtragenden verlieren, während die Politik tatenlos zuschaut.

Warum wurde bis heute praktisch nichts zum Schutz der von Fluglärm geplagten Bevölkerung unternommen? Weil ich nicht davon ausgehe, dass Sie weder das Problem rasch angehen geschweige denn lösen werden, schlage ich Ihnen drei Sofortmassnahmen vor.

  1. Internationale Flugverbotszone über lärmgeplagten Gemeinden.
  2. Fluglärmverbot während den Ruhezeiten. Die Nachtruhe dauert von 20 bis 8 Uhr. Die Mittagsruhe gilt von 12 bis 14 Uhr. An Sonn- und Feiertagen ist 24 Stunden Stille angesagt. Keine Ausnahmen, sondern saftige Strafzahlungen bis Flugverbot bei Missachtung.
  3. Keine Steuern bei Fluglärm, sofern die Person nicht selber geflogen ist und mindestens fünf Jahre ansässig ist.

Ausgenommen von diesen drei Massnahmen sind lebensnotwendige Einsätze für Rettungsdienste, das Gesundheitswesen, die Polizei, die Feuerwehr, den Grenzschutz, das Militär usw. Diese Massnahmen lassen sich kombinieren. Das Verbot ist radikal, aber sehr wirkungsvoll, auch für den Klimaschutz. Die Einschränkung des Flugverkehrs und der Anreiz fürs nicht Fliegen wären politisch umsetzbar und könnten eine Mehrheit in der Bevölkerung finden. Welche dieser vorgeschlagenen Massnahmen wollen Sie bis wann umsetzen?

Die vom Fluglärm stark belastenden Gemeinden rund um die Lägern im Kanton Aargau wie Baden, Wettingen oder Ehrendingen würden sicher gerne an einem Pilotversuch teilnehmen. Nachfolgend wird der Steuererlass bei Fluglärm weiter ausgeführt.

Keine Steuern bei starker Fluglärmbelastung

Einwohnerinnen und Einwohner in vom Fluglärm geplagten Gemeinden müssen keine Gemeinde-, Kantons- und Bundesteuern zahlen müssen, bis das Problem zur vollkommenen Zufriedenheit der Betroffenen gelöst ist. Der Steuererlass wird jedoch nur unter zwei Bedingungen gewährt. Erstens darf die steuerpflichtige Person im gesamten Fiskaljahr weltweit nie geflogen sein und zweitens muss sie mindestens fünf Jahre in der Gemeinde wohnhaft sein. Sobald sie mit einem Luftverkehrsmittel oder Weltraumtransportmittel fliegt (d.h. mit technischen Hilfsmitteln zum Zwecke des Transports vom Boden abhebt), muss sie weiterhin Steuern bezahlen.

Das sollte ein Anreiz für alle sein, erstens weniger zugunsten des Klimas zu fliegen und zweitens die Steuerausfälle von den Lärmverursachern einzufordern. Dieser Vorschlag ist auch sozial gerecht, weil er einkommensschwache Personen entlastet und vermögende Personen, die tendenziell sich mehr Flüge leisten können, zu mehr Klimaschutz verpflichtet.

Ein ähnlicher Vorschlag gegen Strassenverkehrslärm und andere Lärmquellen ist ebenfalls zu lancieren, wobei in diesem Fall ein noch grösserer Anteil der Bevölkerung betroffen ist.

Gehirnforschung: Warum Stille für Gesundheit, Erfolg und Glück essentiell ist

Freundliche Grüsse
Marcel Büchi
Wettingen, 27. Juni 2021

Hitzefrei für den Klimaschutz

Erwärmungsstreifen für die Schweiz von 1864 bis 2018
Erwärmungsstreifen für die Schweiz von 1864 bis 2018, Ed Hawkins und MeteoSchweiz

Liebe Schweizer Bevölkerung

Ich rufe alle Menschen die in der Schweiz leben auf, an Hitzetagen an denen die Tageshöchsttemperatur 30 °C erreicht oder übersteigt:

Vor einer längeren Hitzeperiode sollte man sich rechtzeitig mit genügend Nahrungsmitteln, Wasser, Medikamenten usw. einzudecken. Mit nachbarschaftlicher Solidarität sollten zum Beispiele ältere Personen betreut oder Engpässe überbrückt werden.

Hitzetage für Bern / Zollikofen von 1864 bis heute
Hitzetage für Bern / Zollikofen von 1864 bis heute, MeteoSchweiz

An Sommertagen liegt die Temperatur bei 25 °C oder höher und gab es in der Vergangenheit im Sommer schon häufig. Hitzetage oder heisse Tage mit 30 °C oder mehr Tageshöchsttemperatur waren in der vorindustriellen Zeit viel seltener als heute. Sie hiessen früher Tropentage. Bei Wüstentagen steigt das Quecksilber auf 35 °C und höher. Hitze macht müde und aggressiv.

Veränderungen aufgrund des Klimawandels wie längere Trockenheit, orkanartiger Wind, Stürme, Unwetter, starker Regen und so weiter können zu weiteren Aktionen führen.

Quellen Bild und Daten: Ed Hawkins und MeteoSchweiz

«Klima»-Shutdown an Extrem-Hitzetagen 40+

E-Mail-Nachricht vom 25. Juri 2019 an Frau Bundesrätin Viola Amherd und zur Kenntnis an Frau Bundesrätin Simonetta Sommaruga.

Wenn die Temperaturen auf 40°C steigen, sollte der Bevölkerungsschutz zum tragen kommen. Bei dieser extremen Hitze leidet nicht nur der Mensch und die Natur, sondern auch unsere Infrastruktur. Ich hoffe die Schweiz ist für solche Krisenzeiten gut vorbereitet, die immer wahrscheinlicher werden.

Ich könnte mir bei extrem hohen, lebensbedrohlichen Temperaturen von 40°C und höher (Extrem-Hitzetag 40+) folgende Massnahmen vorstellen. Die Bevölkerung erhält hitzefrei. Das öffentliche Leben steht Still und wird auf das absolute Notwendige reduziert – quasi ein Shutdown der Schweiz. Die Versorgung mit Wasser, Lebensmitteln, Medikamenten usw. der Bevölkerung erfolgt zusammen mit und/oder durch den Zivildienst und das Militär. Jeglicher privater Verkehr ist untersagt, bis auf die örtlich begrenzte Fortbewegung per Muskelkraft – zu Fuss oder mit dem Velo (ohne Batterie). Sobald sich die Temperatur lokal der 40°C-Marke nähert, tritt eine Ausgangsperre in Kraft bis sie wieder unter die durchschnittliche Körpertemperatur des Menschen von 37°C gefallen ist. Vielleicht sind sogar für jede Person gekühlte Schutzräume samt Notvorrat vorzusehen. Die Dauer einer Extrem-Hitzeperiode und wahrscheinlich auch die Luftfeuchtigkeit sollten berücksichtigt werden.

Ich habe Ihrer Kollegin Frau Bundesrätin Sommaruga gestern die Nachricht «Hitzefrei für den Klimaschutz» gesandt.

Die globalen Probleme wie der Klimawandel scheinen den Bundesrat und die Schweizerische Eidgenossenschaft völlig zu überfordern. Vielleicht sollten sie der jüngeren Generation Platz machen oder an der Universität Bern nachsitzen. Mein Tipp: das Oeschger-Zentrum für Klimaforschung (OCCR).

Klima-Charta vom 20. August 2019

Die Klima-Charta der Schweizer Klimajugend richtet sich an die rund 4'000 Kandidatinnen und Kandidaten der Nationalratswahlen vom 20. Oktober 2019. Sie fordern im Angesicht der Klimakrise, der Umweltkrise und der Biodiversitätskrise:

1. Nationaler Klimanotstand

Wir fordern, dass die Schweiz den nationalen Klimanotstand ausruft: «Die Schweiz anerkennt die Klimakatastrophe als zu bewältigende Krise. Sie hat folglich auf diese Krise zu reagieren und die Gesellschaft kompetent darüber zu informieren.».

2. Netto Null Treibhausgasmissionen bis 2030

Wir fordern, dass die Schweiz bis 2030 im Inland netto 0 Treibhausgasemissionen ohne Einplanung von Kompensationstechnologien verursacht. Die netto Treibhausgasemissionen müssen zwischen 1.1.2020 und 1.1.2024 um mindestens 13 Prozent pro Jahr sinken, und danach um mindestens 8 Prozent pro Jahr sinken bis 1.1.2030. Alle Anteile verstehen sich relativ zu den Emissionen von 2018.

3. Forderung nach Klimagerechtigkeit

Wir fordern Klimagerechtigkeit.

4. Systemwandel, falls das nötig ist

Falls diesen Forderungen im aktuellen System nicht nachgekommen werden kann, braucht es einen Systemwandel.

Diese berechtigten Anliegen sind sehr human im Gegensatz zu den radikalen Forderungen von Prismo für die ganze Welt. Trotzdem wird die Politik und Wirtschaft wie bisher weiter auf Zeit spielen, weil sie den Ernst der Lage nicht erkennen will.

Unser Planet liegt im Sterben und die Menschheit schaut zu.
– Marcel Büchi

Stickiges Klima – Hitzetage sind passé, jetzt kommen die Wüstentage

Der Mensch gewöhnt sich schnell an Veränderungen. Ebenso schnell vergisst er, was in der Vergangenheit passiert ist. Der Klimawandel passiert so langsam und schleichend, dass wir fast nicht bemerken, das er bereits vor langer Zeit vor unserer Haustüre angekommen ist.

Ich höre immer wieder, dass es früher auch heiss war oder dass eine Temperatur von über 30 °C ist in den Sommermonaten normal ist. Der Klimaforscher Mojib Latif warnte neulich, dass die Häufigkeit der Hitzewellen nicht mehr normal sei. Die Zahl der Hitzewellen hat sich seit 1980 verdoppelt und zum Teil sogar verdreifacht. Kein Wunder dass die SBB ihre Schienen weiss streichen will, um Gleisverbiegungen durch zu hohe Temperaturen hinauszuschieben. Nicht nur der Mensch und die Natur leiden, sondern auch die Infrastruktur und Elektronik. Gemäss dem Wetterfrosch Peter Wick gibt es 40 °C normalerweise in der Schweiz nicht. Alles eine Frage der Zeit, denn im Juli kratzen wir an der Marke für extreme Hitzetage.

An einem Hitzetag erreicht oder übersteigt die Tageshöchsttemperatur 30 °C. Für einen Wüstentag steigt das Quecksilber auf 35 °C oder höher. Die Luftfeuchtigkeit, welche das Ganze zu einem unangenehm schwülen Cocktail macht, wird bei diesen Definitionen ausser Acht gelassen. Macht in der Wüste auch Sinn, oder. Damit sind nicht die Betonwüsten in unseren Städten gemeint.

Die offizielle Temperaturmessung ist sowieso ganz schräg. Temperaturen werden auf zwei Meter Höhe, im Schatten und über natürlichem Boden gemessen. Bald haben wir das letzte Stück Grünfläche zu asphaltiert. In der Stadt muss man lauf SRF Meteo schätzungsweise fünf Grad zum Messwert dazu addieren.

MeteoSchweiz kennt die Hitzegefahrenstufen 3 und 4 für erhebliche und grosse Gefahr. Die Gefahrenstufen werden mit Hilfe des Hitzeindex bestimmt. Der Heat Index wird aus der Temperatur und entweder der relativen Feuchte oder dem Taupunkt berechnet. Die beim Bund publizierten Tabellen zur Bestimmung des Hitzeindex hören bei 38 °C bzw. 80 Prozent relativer Feuchte auf. Auf www.meteoschweiz.admin.ch steht seit dem 1. Dezember 2014: «Hitzewarnungen werden nur auf den Stufen 3 und 4 herausgegeben, weil eine extreme Hitzewelle von grösserem Ausmass in unseren Breiten wenig wahrscheinlich ist.».

Der Apfelbeisser hakte bezüglich der Formel und der fehlenden Gefahrenstufe 5 für sehr grosse Gefahr nach. Ich erhielt während der Hitzewelle Ende Juni überraschende Antworten. Die empirische Berechnung des Hitzeindex aus dem Jahr 1990 wurde vom US-amerikanischer Wetter- und Klimadienst NOAA übernommen. Übrigens schmachten die Amis gerade bei über 40 °C, während bei uns die zweite Hitzewelle anrollt. Ich fragte mich, ob sich nordamerikanische Wetterverhältnisse so einfach 1:1 auf Mitteleuropa und die Schweiz übertragen lassen, z.B. unsere Nähe zur Sahara.

Wie die folgende Aussage von Daniel Gerstgrasser vermuten lässt: «Aktuell werden aber sowohl die Kriterien für die Hitzewarnungen als auch die Art der Warnung überarbeitet. Dazu sind im Moment noch einige Details offen.», tut sich bei MeteoSchweiz etwas. Sehr wahrscheinlich wird der Hitzeindex durch ein anderes Mass ersetzt. Ich würde von dringlichem Handlungsbedarf zum Schutz der Schweizer Bevölkerung sprechen. Der Klimawandel hat also doch noch Bundesbern erreicht, und sorgt für hitzige Köpfe.

PS: Die Grünen Deutschland haben am 24. Juli 2019 den Hitzeaktionsplan zum Schutz der Gesundheit lanciert.